Modelle des selbst gesteuerten und kooperativen Lernens und die notwendigen Veränderungen in Bezug auf die Personal- und Organisationsentwicklung mosel
Um der zunehmenden Komplexität in beruflichen Handlungsfeldern zu begegnen und um selbst reguliertes und lebensbegleitendes Lernen zu ermöglichen, müssen sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Auszubildende - in Betrieb und Schule - stärker als bisher in ihrer Selbstkompetenz gefördert werden.
Vor diesem Hintergrund arbeiten die drei am Modellversuch beteiligten Berufskollegs an dem Ziel, Lehr- und Lernarrangements zu entwickeln, die den Ansprüchen selbst organisierten und selbst gesteuerten Lernens entsprechen.
Selbst gesteuerte Lernformen sind diejenigen, bei denen "der Handelnde die wesentlichen Entscheidungen, ob, was, wann, wie und woraufhin er lernt, gravierend und folgenreich beeinflussen kann". (Weinert 1982)
In dem Modellversuch sind die beruflichen Bereiche Informationstechnik, Metalltechnik, Wirtschaft und Verwaltung sowie Sozial- und Gesundheitswesen vertreten. Es werden Auszubildende aus den Bildungsgängen des dualen Systems und vollzeitschulischer Bildungsgänge angesprochen, die einen Berufsabschluss bzw. eine Berufliche Grundbildung und einen weiteren allgemeinen bildenden Abschlussanstreben. Die Zusammensetzung der Lerngruppen erlaubt die Übertragbarkeit der zu entwickelnden Lernarrangements in andere berufliche Bereiche.
Die unterschiedlichen Bildungsgänge aus verschiedenen beruflichen Bereichen und an unterschiedlichen Lernorten wurden ausgewählt, um die Ausbildungsvielfalt zu repräsentieren. Diese verlangt jeweils auch spezifische Veränderungen der Lernmethoden, der Lernstruktur und der Lernumgebung.
Ein Wissenschaftlerteam der Universität Paderborn unter der Leitung von Prof. Dr. Peter F.E. Sloane (Institut für Wirtschaftspädagogik) begleitet und unterstützt den Modellversuch unter der wissenschaftlichen Perspektive "responsiver Evaluation".
Bei der responsiven Evaluation werden zwei aufeinander bezogene Arbeitsphasen unterschieden: die Evaluation des Modellversuchsgeschehens und eine darauf bezogene Empfehlung.
In der Modellversuchsforschung wird daher davon ausgegangen, dass bei einer responsiven Evaluation die Interessen der partizipierenden Menschen (Auszubildende, Lehrerinnen und Lehrer, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler) berücksichtigt werden.
Die "Responsivität" der Wissenschaft-Praxis-Kommunikation ergibt sich über die Arbeitsteilung in Modellversuchen: es werden gegenseitige Dienstleistungen erbracht, Zielvereinbarungen getroffen, Arbeitspläne vereinbart usw.
(P.F.E. Sloane,Stw. Modellversuchsforschung, 2005).
Drei Arbeitsebenen sind aufeinander bezogen:
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Phase 1: |
Initiierung des Modellversuches |
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Phase 2: |
Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von Unterrichtsvorhaben zur Förderung selbst gesteuerter und kooperativer Lernformen |
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Phase 3: |
Entwicklung und Realisierung von Organisationsstrukturen zur Stärkung der Eigenverantwortung und Gestaltungsmöglichkeit der Lehrerinnen und Lehrer |
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Phase 4: |
Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von Qualifizierungsmodulen für Lehrerinnen und Lehrer |
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Phase 5: |
Transfer in andere Berufskollegs in NRW und Multiplikatorenschulung |
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Phase 6: |
Abschluss des Modellversuchs |
Das Modellversuchsprogramm "Selbst gesteuertes und kooperatives Lernen in der beruflichen Erstausbildung" der Bund-Länder-Kommission - als Programmträger von mosel - hat folgende Leitziele:
Prof. Dr. Günter Pätzold
Lehrstuhl für Berufspädagogik,
Universität Dortmund
Prof. Dr. Dieter Euler
Institut für Wirtschaftspädagogik,
Universität St. Gallen